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Ubuntu Feisty Fawn

Nils Werner 21. Apr 2007

Ubuntu Nachdem die Version 6.10 alias "Edgy Eft" der populären Linux-Distribution Ubuntu beim letzten Versuch an der unterstützung für mein Wireless-LAN und für die NTFS-Partitionen (das unter Windows XP eingesetzte Dateisystem für Festplatten) scheiterte, gab ich der neuen Version 7.04 alias "Feisty Fawn" gestern eine weitere Chance.

NTFS Treiber

Loginbild Sogar die ersten Tests auf der Live-CD (also eine CD mit Linux darauf das, ohne das installierte Windows zu beeinflussen, läuft) verliefen hoffnungsvoll problemlos. Das Wireless-LAN wurde sofort erkannt, die WPA-Verschlüsselung stellte für das System nunmehr kein Problem mehr dar. Sogar meine externe 400GB (und daher zwangsläufig NTFS-)Festplatte wurde problemlos erkannt, jedoch konnte ich nur von ihr lesen und nichts darauf verändern oder schreiben.
Nach ein wenig im Internet google'n wurde ich jedoch schnell fündig. Auch hier zeigte sich dass es sich nach "Ubuntu Feisty Fawn" viel schöner suchen lässt als nach "Debian 3.2.5r4 Kernel 2.6.14" oder ähnlichem kryptischen Mist...
Ein neues Paket wurde nämlich praktischerweise gleich mit in die Installationsquellen aufgenommen: ntfs-3g. Eigentlich sollte ein einfaches

apt-get install ntfs-3g

die Sache installieren, jedoch schaffte es Ubuntu nicht, das Paket auszumachen. Nach ein bischen weiterem Suchen und Nachfragens im #ubuntu Chat des Quakenets fand ich heraus, dass

deb http://de.archive.ubuntu.com/ubuntu/
feisty-backports main restricted universe multiverse

in der Liste der Installationsquellen (in /etc/apt/sources.list) fehlte. Die Zeile war zwar in der Datei, jedoch war die entsprechende Zeile auskommentiert. Zeile aktiviert, nochmal apt-get versucht, läuft. Nun lassen sich alle NTFS-Partitionen (vorrausgesetzt, ich habe mein Windows XP ordnungsgemäß heruntergefahren) lesen und beschreiben.

DivX- und MP3-Unterstützung

Rhythmbox Wie gewohnt kommt Ubuntu mit allen nötigen Programmen, z.B. einer Office-Suite, Firefox und dem Instantmessenger Gaim daher, man kann also sofort loslegen um festzustellen, ob einem Linux zusagt.
Einzig die Wiedergabe von MP3-Dateien oder DivX-Videos erforderte ein wenig Bastelei. Ubuntu kommt nämlich nun nicht mehr mit allen notwendigen Plugins und Erweiterungen daher. Man muss erst nach einer Reihe von Warnmeldungen, dass die Nutzung dieser kostenloser Plugins in manchen Ländern verboten sei, Ubuntu dazu bringen, die Plugins zu installieren. Ungünstigerweise wollte ich meine Musik mit Rhythmbox (einem iTunes-Klon der iPod- und Last.fm-Support schon mitbringt) hören, jedoch startet Rhythmbox nicht automatisch die Installationsfenster. Erst beim Versuch, die Musik mit Totem anzuhören, kamen das gewünschte Fenster mit den auswählbaren Plugins zum Vorschein. Nach dem Markieren aller Häkchen und dem klicken von OK lief dann aber auch ausnahmslos alles, was ich an Multimedia-Kram zu bieten hatte.

Desktop-Effekte

Expose Neu hinzugekommen sind dank Compiz nun auch schön anzusehende Desktop-Effekte. So sieht man beim Alt-Tab nun die Fensterinhalte und die Desktops wechseln nun nicht mehr nur einfach hin und her sondern sind schön auf einem drehenden Würfel animiert. Drückt man Alt-Strg-Pfeilrauf, erscheinen alle Fenster Exposé-like in einer Übersicht. Ebenfalls hübsch, wenn auch weniger nützlich ist die Möglichkeit, sämtliche Fenster beim Verschieben, je nachdem wie man die Maus bewegt, verbiegen und verzerren zu lassen.
Überraschenderweise laufen die ganzen Effekte sogar auf meinem leistungsschwachen Notebook halbwegs flüssig.

Wer noch umfangreichere Effekte mit Beryl haben will, sollte zunächst Compiz entfernen. Dazu genügt ein

apt-get remove compiz compiz-gnome gset-compiz

Als nächstes die Quelle

deb http://ubuntu.beryl-project.org/ feisty main

in der sources.list eintragen mit

apt-get install beryl beryl-manager emerald-themes

Beryl mit den notwendigen Erweiterungen installieren.

Das wars jetzt ersteinmal mit dem ersten Ubuntu-Review. Vielleicht stolpere ich später ja über irgendwelche anderen Probleme oder mache irgendwelche Entdeckungen. Ach ja: die beiden Screenshots im Bericht sind zur Vergrößerung anklickbar! :-D

Labels: Sonstiges
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